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Umbrüche – Frauen modernisieren die Allianz

Am Ende des Ersten Weltkriegs brechen in vielen Staaten Europas neue Zeiten an: Monarchien verschwinden, Grenzen werden neu definiert, demokratische Verfassungen treten in Kraft und in Deutschland, Österreich, Polen, den Niederlanden und im Baltikum erhalten Frauen das Wahlrecht. Bei der Allianz geben die Männer weiterhin den Ton an, aber trotzdem rücken Frauen spürbar in den Vordergrund: als Mitarbeiterinnen, als Kundinnen, als Zielgruppe in der Werbung. Frauen arbeiten bei der Allianz als Sekretärinnen, als Sachbearbeiterinnen, als Laborantin, als Telefonistinnen, Locherinnen, Stenotypistinnen, als Reinigungskräfte und als Mitarbeiterinnen in den Kantinen und Erholungsheimen.


Werbepostkarte der AEG mit der französischen Schauspielerin Edmonde Guy. Unter dem Motto „Dame und doch Hausfrau” zeigt die Reklame die mondän inszenierte Frau, die das neueste Staubsaugermodell der AEG nutzt. (1925, Quelle: DHM, Berlin)

1933 ist die junge Demokratie in Deutschland bereits wieder zerstört. Die Nationalsozialisten übernehmen die Macht. Die NS-Ideologie engt die Rolle der Frau auf ihre Funktion als Mutter, Ehefrau und Hausfrau ein. Im Zweiten Weltkrieg jedoch rücken immer mehr Frauen an die Stellen der zum Kriegsdienst eingezogenen Männer. Zeitweise sind so in den Niederlassungen der Allianz zwei Drittel aller Stellen im Innendienst mit Frauen besetzt.