1968 und die Frauen

Ende der 1960er Jahre jedoch veränderte sich zusehends der Zeitgeist. Die sozialen und politischen Bewegungen der Zeit um 1968, der Aufstand vieler junger Männer und Frauen gegen die Welt und die sozialen Normen der Väter, erschütterten bislang festgefügte Strukturen und Vorstellungen von den Rollen, in die Frauen sich einzufügen hatten. Neue Initiativen forderten Möglichkeiten für Mädchen und Frauen, sich zu emanzipieren. Schon 1969 reagierte die Allianz in ihrer Werbung folgerichtig: Die Kampagne "Die moderne Frau" zeigte und richtete sich gezielt an die selbstbewusst auftretende, eigenständig handelnde, die souveräne Frau,
die über ihr eigenes Geld verfügt.


Neue Frauenbilder: Prospekt mit Antrag auf Unfallversicherung für die moderne Frau. (1969)

Die Arbeitsmöglichkeiten und Karrierechancen von Frauen beeinflussten alle sozialen Veränderungen zunächst allenfalls in Nuancen. Während in den frühen 1970er Jahren die Allianz gerade in einem ersten Experiment die Einführung gleitender Arbeitszeit testete, schien in der Allianz noch sehr vieles beim Alten geblieben zu sein: Von den damals 1.250 Mitarbeitern der Hauptverwaltung München waren 489 Frauen und von 71 Prokuristenstellen war eine mit einer Frau besetzt.